Forschungsprojekte zeigen: Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz binden Angehörige aktiv ein
Angehörige sind aktiv in die Betreuung eingebunden und geben der Wohngemeinschaft "Leben am Rheinelbepark" Top-Noten
"Wir entlasten die Angehörigen sehr, aber binden sie gleichzeitig gut in den Alltag ein. Das war immer unser erklärtes Ziel - aber jetzt haben wir schriftlich, dass das so auch genauso und immer besser klappt", freut sich APD-Geschäftsführer Claudius Hasenau über die Ergebnisse externer Befragungen. Als einer von sieben ambulanten Pflegediensten in Deutschland hat sich die APD Ambulante Pflegedienste Gelsenkirchen im Rahmen eines bundesweiten Pilotprojekts "in die Karten" schauen lassen - und (wieder einmal) Bestnoten erzielt. Dabei sind vor allem die Aussagen von Angehörigen vor dem Hintergrund der bundesweit sinkenden Pflegebereitschaft im Familienkreis ausgesprochen aufschlussreich.
Erst vor kurzem hatte eine Studie der Universität Hamburg für den bundesweiten AOK-Trendbericht Pflege "als enttäuschendes Ergebnis" festgestellt, dass der Anteil der Angehörigen, die durch die Pflege im eigenen Haushalt stark belastet sind, auch nach 15 Jahren Pflegeversicherung unverändert hoch geblieben ist: rund ein Viertel der Pflegenden, so der Bericht, habe kaum noch soziale Kontakte, 40 Prozent fühlten sich sehr belastet. Dass die Pflegenden immer öfter selbst Rentner sind, kommt als allgemeine Entwicklung noch erschwerend hinzu.
Ganz anders liest sich da die Angehörigenbefragung der Wohngemeinschaft am Rheinelbepark: Volle Punktzahl gaben die Angehörigen den "Möglichkeiten zur Teilnahme an Aktivitäten". Kein Wunder, denn diese werden von ihnen - unter anderem über einen Förderverein - selbst geplant und organisiert. Eine aktive Unterstützung bei der Gestaltung des Alltags steht dabei ebenso im Vordergrund wie die Durchführung von Ausflügen in die nähere Umgebung, in den Zoo oder Zirkus, auf den Weihnachtsmarkt oder das Stadtteilfest, auch Grillabende oder Spaziergänge gehören dazu. Die unterschiedlichen und vielfältigen Veranstaltungen, bei denen nicht nur die WG-Mieter, sondern auch Angehörige mitmachen, sorgen für Geselligkeit - und zusätzliche soziale Kontakte innerhalb einer selbstbestimmten, familienähnlichen Struktur.
"Wir können durch die WG stärker in das Leben unserer Familienmitglieder eingebunden werden als dies in einem Heim der Fall wäre, wir sind aber auch nicht überlastet,“ gab jemand bei der Befragung zu Protokoll. Gerade bei Menschen mit Demenz ist oft eine 24-Stunden-Betreuung erforderlich, die bei der Organisation alltäglicher Aufgaben bei der Pflege zu Hause bereits unüberwindbare Probleme schafft. "Vorteilhaft ist sicherlich, dass in der Wohngemeinschaft immer ein Ansprechpartner vorhanden ist, der den Angehörigen hilft, die Erkrankung und ihre Symptome auch in alltäglichen Zusammenhängen richtig zu verstehen und zu interpretieren", erklärt Hasenau das gute Abschneiden der Wohngemeinschaft bei der Befragung.
Die Befragung erfolgte im Rahmen des "Leuchturmprojektes Demenz", das das Kuratiorium Deutsche Altershilfe und die KCR Konkret Consult Ruhr im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums durchführen. Insgesamt nehmen daran 18 Wohn- und Hausgemeinschaften teil, von denen sieben einer ausführlichen externen Befragung von Mitarbeitern und Angehörigen ihrer Mieter zugestimmt haben. Für die APD war es selbstverständlich, daran teilzunehmen. Bereits 2006 war der Pflegedienst mit dem „Innovationspreis Häusliche Pflege“ für das offene Qualitätsmanagement des Wohnprojektes „Rheinelbepark“ prämiert worden. Seitdem wurde der Erfolgskurs des Unternehmens in mehreren Wettbewerben und Qualitätsinitiativen bestätigt.
Derzeit betreut APD rund 500 Menschen in verschiedenen Bereichen der Gesundheits- und Pflegeeinrichtung. Neben der ambulanten Pflege bietet APD die Möglichkeit zur Tagespflege, speziell auch für die wachsende Zahl demenziell erkrankter Menschen. Mit diesem Angebot zählte APD bereits 1995 zu den Pionieren teilstationärer Pflegeeinrichtungen in der Stadt. Seit 2000 entlastet das Dienstleistungsangebot der ambulanten Pflege zur Nacht, von 22.00 bis 6.00 Uhr, pflegende Familienangehörige bei der Betreuung vor allem nacht-aktiver dementer Menschen. Die APD betreibt mit dem 2006 eröffneten Wohnprojekt Rheinelbepark und dem 2008 eröffneten Wohnprojekt in Gelsenkirchen-Schaffrath insgesamt sechs Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz. Derzeit arbeiten rund 182 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter rund 54 Arbeitnehmer über 50, und 11 Auszubildende bei APD.
Den vollständigen Artikel sowie das abgebildete Pressefoto (Frühlingsfest in der WG Leben am Rheinelbepark, Foto: ujesko) bieten wir hier zum Download an:
