Kriegsverletzte Kinder aus Libyen sollen in Gelsenkirchen gesund werden

Libysche Staatsdelegation unterzeichnet Vorvertrag für ein Hilfs- und Ausbildungsprojekt zur Pflege und Rehabilitation mit APD und Werkverein

Video zur WDR Lokalzeit Ruhr vom 05.07.2013

Auf seinem Weg zur Demokratie sucht der junge Staat Libyen Partner für die medizinische und pflegerische Behandlung kriegsverletzter Kinder Außerdem möchte das Land jungen Menschen durch Ausbildung in Deutschland neue Perspektiven eröffnen. Zur Unterzeichnung eines Vorvertrags für ein Hilfs- und Bildungsprojekt besuchte deshalb Anfang Juli eine staatliche Delegation von Sozialpolitikern aus Tripolis unter Leitung von Staatssekretär Khaled M. A. Rgebi, Ministerium für soziale Angelegenheiten, die Ambulanten Pflegedienste Gelsenkirchen (APD) und den Werkverein der Diakonie. Besichtigt wurden u.a. die Tagespflege-Einrichtung der APD in der Altstadt sowie die Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz mit dem neuen „Platz der Begegnung“ in Sutum.

Den Kontakt zu dem nordafrikanischen Staat, der sich nach dem Ende des Bürgerkriegs und dem Tod von Diktator Muammar al-Gaddafi 2011 dem Westen gegenüber immer stärker öffnet, knüpfte der Wirtschaftswissenschaftler und Sachverständige Prof. Dr. Francesco Rizzo, Präsident des humanitären Vereins Incofa e. V. in Neuss. Prof. Rizzo: „Mit Befreiung ganz Libyens im Oktober 2011 hat Libyen ein neues Kapitel in seiner Geschichte aufgeschlagen. Der Weg dahin war lang und mühsam, vor allem reich an Opfern. Die offiziellen Zahlen schwanken zwischen 30.000 und 90.000 Toten. Noch höher sind die Zahlen der schwer verwundeten Menschen dort. Viele haben Extremitäten verloren, andere sind am Kopf und Rücken schwer getroffen worden. Die Übergangsregierung unter Ministerpräsident Ali Seidan hat es sich zum Ziel gesetzt, den meist jungen Opfern der Auseinandersetzungen Hilfe zu bieten. Dies soll durch medizinische Behandlung und Rehabilitation sowie durch eine gute pflegerische Versorgung und durch adäquate Bildung und Resozialisierung geschehen.“

Betreuung in Wohngemeinschaften

Nach der Unterzeichnung des Vorvertrags werden die Partner mit der konkreten Umsetzung des auf mehrere Jahre angelegten Projekts beginnen, das noch 2013 starten soll. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Versorgung der kriegsverletzten Kinder im Alter zwischen sechs und 14 Jahren. Nach einer stationären Behandlung in der Kinderklinik Siegen werden sie in Gelsenkirchen vom APD in Wohngemeinschaften medizinisch und pflegerisch weiterbetreut. Der Pflegedienst übernimmt auch das Case Management. In einem zweiten Schritt sollen Gruppen von etwa 20 Jugendlichen in Gelsenkirchen beim APD in Pflegeberufen ausgebildet werden, um später in ihrer Heimat am Aufbau neuer Sozialstrukturen mitwirken zu können. Finanziert wird das Projekt vom libyschen Staat.

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Fotos: ujesko