Leben in Rotthausen: APD startet viertes Demenz-Wohnprojekt

Wohnen, Leben, Teilhaben: Spitzenverband der Kranken- und Pflegekassen fördert Modellvorhaben in historischer Hilgenboomschule mit rund 250.000 Euro – Drei WGs bieten Platz für jeweils acht Mieter – 30 neue Arbeitsplätze

Gelsenkirchen, im Februar 2015. Rheinelbe, Schaffrath, Sutum und jetzt Rotthausen: Die APD Ambulante Pflegedienste Gelsenkirchen GmbH, einer der zehn größten privaten Pflegedienste in Deutschland, hat in Gelsenkirchen-Rotthausen mit dem Projekt eines vierten Wohnprojekts für Menschen mit besonderem Betreuungsbedarf begonnen. In der historischen Hilgenboom-Schule aus dem Jahr 1893 werden drei WGs für jeweils acht demenziell veränderte Frauen und Männer Platz finden. 30 neue Arbeitsplätze werden entstehen. Im Januar 2016 soll das Haus unter dem Namen „Leben in Rotthausen“ eröffnet werden.

Das Bauvorhaben umfasst Investitionen von rund ca. 4 Millionen Euro. Ein Zuschuss für eine wissenschaftliche Begleitung von rund 250.000 Euro kommt vom Spitzenverband der Gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen über den Fördertopf „Dement im Quartier – Wohnen, Leben, Teilhaben“. „Diese Summe ist die höchste Förderung in der 21-jährigen Geschichte unseres Unternehmens. Wir sehen darin eine Bestätigung, dass die APD mit ihren konsequenten Bemühungen für neue Wohnformen im Alter auf dem richtigen Weg ist“, sagte APD-Geschäftsführer Claudius Hasenau, Vorsitzender des Fachverbandes „Wohnen in Gemeinschaft NRW“ (WIG). Seit 2006 initiiert die APD Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz in Gelsenkirchen. Für beispielhafte Gestaltung der Einrichtungen sowie für Qualitäts- und Personalmanagement hat der private Pflegedienst zahlreiche, auch internationale Auszeichnungen erhalten. Das neue Projekt ist die erste Wohnform dieser Art im Stadtteil Rotthausen.

Das Herz der WG ist die Wohnküche

In der ehemaligen Förderschule, einem historischen Wahrzeichen des Quartiers Rotthausen, werden drei Wohngemeinschaften für je acht Mieterinnen und Mieter entstehen. Jede WG wird etwa 250 Quadratmeter groß sein, die Zimmer der Bewohner verfügen über eine Grundfläche bis zu 20 Quadratmetern sowie eine eigene Nasszelle. Alle Mieter haben eine eigene Klingel und einen eigenen Briefkasten. Die Zimmer sind um eine gemütliche Wohnküche, das Herzstück der WG, angeordnet.

WTG-Anforderungen übertroffen

Die Anforderungen des neuen Wohn-Teilhabe-Gesetzes, mit dem NRW-Ministerin Barbara Steffens Ende 2014 den Weg für Wohngemeinschaften im Quartier als Alternative zur stationären Unterbringung frei gemacht hat, wollen die Bauherren in Rotthausen noch übertreffen. Die WGs werden mit zusätzlichen Badezimmern und besonders großzügigen Aufenthaltsräumen ausgestattet, in denen ein Kamin für Gemütlichkeit sorgt. Alle WGs verfügen über Terrassen oder Balkone. Die Räumlichkeiten sind rollstuhlgerecht, sämtliche Anforderungen an den Brandschutz erfüllt. Hinter dem Gebäude entsteht ein Sinnesgarten und ein Versammlungsraum, der auch der Nachbarschaft im Quartier zur Verfügung steht, zum Beispiel den Stadtteilgruppen von ZWAR.

Gebäude bleibt erhalten

Realisiert wird das Projekt zusammen mit einer Investorengemeinschaft. Das Konsortium hat das stark sanierungsbedürftige Gebäude aus Rotthauser Ziegelstein von der Stadt Gelsenkirchen erworben. Der imposante Altbau wird stehenbleiben – auch wenn dadurch die Baukosten steigen. „Das Gebäude ist für den Stadtteil von besonderen städtebaulichen Wert. Wir werden dafür sorgen, dass der besondere Charme und die Atmosphäre des Hauses erhalten bleiben“, verspricht APD-Chef Hasenau. Sein persönlicher Dank gelte dem Rotthauser Netzwerk, das das Projekt von der ersten Minute an befördert und viele Türen geöffnet habe, so Hasenau.

Hilgenboomschule-alt

Ein Haus mit Geschichte: Neues Leben zieht ab Anfang 2016 in die ehemalige Hilgenboom-Förderschule in Rotthausen ein. In dem historischen Gebäude eröffnet das vierte APD-Wohnprojekt für demenziell veränderte Menschen seine Tore. Zur Zeit wird das Haus für knapp vier Millionen Euro komplett umgebaut und erweitert.