APD dehnt Suche nach Pflegepersonal auf drei weitere Länder aus

Zweites Ausbildungsprojekt für Pflegefachkräfte Mitte Januar mit zehn Teilnehmern aus Serbien, Bosnien, Syrien und Indien gestartet

Gelsenkirchen, im Januar 2018. Die internationale APD-Familie wächst weiter: Die APD Ambulante Pflegedienste Gelsenkirchen GmbH streckt ihre Fühler nach neuem Pflegefachpersonal nicht nur in Serbien aus, sondern ab sofort auch in Bosnien, Syrien und Indien. Mitte Januar startete in der Zentrale am Margarethe-Zingler-Platz mit zehn Teilnehmenden der zweite Anpassungslehrgang zur Anerkennung der im Heimatland erworbenen Berufsabschlüsse. Bisher nahmen insgesamt 26 Serbinnen und Serben ihre Anerkennungsurkunde zum „Gesundheits- und Krankenpfleger“ entgegen. Drei weitere Aspiranten befinden sich in noch laufenden Maßnahmen.

Für die APD ist die Personalfindung im Ausland neben eigenen Ausbildungsanstrengungen eine zentrale Maßnahme gegen den akuten Pflegekräftemangel, der sich – so APD-Chef Claudius Hasenau – in den kommenden Jahren weiter verschärfen wird. Hasenau: „Bei unserem Projekt verfolgen wir einen konsequent humanitären und nachhaltigen Ansatz. Unser Ziel ist es, die Interessenten bei der Anerkennung als Pflegefachkraft zu unterstützen, um sie dann als vollwertige Mitarbeiter in unser Familienunternehmen zu integrieren. Dabei gilt: gleicher Lohn für gleiche Arbeit!“

Das sieht auch der APD-Pflegedienstleiter Björn Schulte so: „Es gibt momentan viele Anbieter auf dem Markt, die internationale Fachkräfte in Deutschland als Pflegehelfer ausbeuten. Wir machen es anders.“ Schon in wenigen Wochen wird der Familienvater erneut in das APD Büro Belgrad reisen. In Zusammenarbeit mit dem dortigen Arbeitsamt bereitet Schulte die dritte Bewerberrunde in dem EU-Anwärterland vor. Als Koordinator des Projekts gehört der Gelsenkirchener mittlerweile zu den bundesweit erfahrensten Akteuren im Bereich „Akquise und Integration ausländischer Pflegefachkräfte“.

Agentur für Arbeit als Kooperationspartner
Um ihnen zu helfen, in der neuen Heimat Wurzeln zu schlagen, unterstützt die APD die Neuankömmlinge gezielt bei der Wohnungssuche sowie bei der Eingliederung von Familienangehörigen in Kindergarten, Schule, Beruf und Gemeinde. Dazu arbeitet das Unternehmen eng mit der Agentur für Arbeit, der Stadt Gelsenkirchen und der GFW – Gesellschaft für Wohnungsbau in Rotthausen zusammen. Schulte: „Der organisatorische Aufwand ist anspruchsvoll, aber er lohnt sich. Mit den neuen Mitarbeitern und den Behörden haben wir bis jetzt nur gute Erfahrungen gemacht. Auch unsere Patienten sind begeistert.“

Die guten Erfahrungen aus dem Pilotprojekt machten den APD-Verantwortlichen Mut, die Anpassungslehrgänge für Pflegefachkräfte 2018 auf weitere Länder innerhalb und außerhalb Europas auszudehnen. Davon profitieren nun Nimmimol Kallakurayil aus Indien, Aki Begic aus Bosnien und Shadi Kitan aus Syrien. Alle drei hielten sich bereits in Deutschland auf, wo ihnen das APD-Projekt empfohlen wurde. „Vor zwei Jahren bin ich von Syrien nach Deutschland geflüchtet“, erzählt der 32-jährige Shadi Kitan. „In Syrien habe ich in der Krankenpflege gearbeitet. Ich bin froh, dass die APD mir die Möglichkeit gibt, meinen Beruf in Deutschland wieder vollwertig ausüben zu können.“

Flexibilität und Geduld
Bevor ausländische Fachkräfte auf dem deutschen Arbeitsmarkt jedoch tatsächlich Fuß fassen können, sind viele Hürden zu nehmen, und ständig gibt es neue Überraschungen. „Der Bewerbungsprozess zur zweiten Runde begann bereits im Februar 2017, seitdem warten die Teilnehmer auf den Maßnahmenbeginn“, erzählt Projektkoordinatorin Sabine Gulitz. „Ausbleibende Bescheide, Terminschwierigkeiten mit dem Konsulat und Veränderungen des Lehrplans sorgten für eine Verzögerung des Programmstarts und verlangten allen Beteiligten viel Flexibilität und Geduld ab.“ War in der Vergangenheit je nach beruflicher Qualifikation individuell eine Verkürzung der Lehrgangsdauer möglich, so durchlaufen ab 2018 alle Teilnehmer ohne Ausnahme die zwölfmonatige Maßnahme.

Froh, endlich beginnen zu können
Aus diesem Grunde konnten fünf der zehn Lehrgangsteilnehmer auch erst am Tag der Begrüßung aus Serbien anreisen. Eine von ihnen ist Jelena Petrovic aus Serbien, die in ihrer Heimat bereits seit zwei Jahren in der Altenpflege gearbeitet hat: „Ich freue mich, nun endlich in Deutschland zu sein und mit dem Programm beginnen zu können.“ Gestartet sind auch Milena Rankonjac, Vanja Hajdukovic, Tatjana Micic und Jovana Mrdakovic. Dragan Jankovic und Ilvana Catovic dagegen sind schon seit einigen Monaten in Gelsenkirchen. Während ihrer Wartezeit auf den Kursbeginn nutzten sie das Angebot der APD, sich als Pflegehilfskräfte an ihr neues Arbeitsumfeld zu gewöhnen.